François Bayle

* 1932, Tamatave/Madagascar, lebt in Paris

Man kann es seiner "nicht westlichen" Kindheit, seiner mehr oder weniger nomadenhaften Musikbildung und hauptsächliche seiner Autodidaktik zuschreiben, dass er sich der Problematik der experimentellen Musik in den 60er Jahren annäherte. Als Verantwortlicher von GRM, zuerst unter Pierre Schaeffer (Abteilung Forschung), dann im Kreise von INA (institut national de l'audiovisuel), erbringt er durch diese Organisationen einen determinanten Beitrag zur musikalischen Entfaltung der Forschung, durch die Ausarbeitung von Konzepten und Werkzeugen am akusmatischen Klang, die von nun an in der Praxis verbreitet waren. Seit seinen ersten Werken (L'expérience Acoustique - 1971) entwickelt er eine große Vielfalt an Formen, ein "Zuhör-System", das er, angebracht an eine formelle oder räumliche Gestaltung, immer erneuert hat. Er stellt die "Utopie" dieser Momente des Eintauchens innerhalb einer multiphonen klingenden Projektion vor, wie La main vide-Morceaux de ciels oder La Form du temps es tun cercle - La Forme du temps est un papillon - Extra Ordinaire - Univers nerveux - L'oreille étonnée, u.v.m.
Grand Prix der Stadt Paris 1996, Grand Prix Charles Cros für sein Lebenswerk 1999, Preis Fondation Del Duca vom Institut von Frankreich 2006 - Doktor honoris causa der Universität von Köln 2006. Sein Kompositionskatalog zählt mit dem heutigen Tage 95 Werke, wovon die meisten als CDs herausgegeben sind (Cycle Bayle Vol.1 bis 18 ).